Digitales Impuls-Café by Luisa Bergholz

NUR EINE HOCHSTAPLERIN?

Kennst Du dieses nagende Gefühl in Dir, dass Du nur durch Glück oder Zufall in der Position gelandet bist, in der Du Dich aktuell befindest? Die Sorge, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis jemand herausfindet, dass Du gar nicht so viel weißt und kannst, wie alle denken? Bist Du davon überzeugt, dass Du nur eine Hochstaplerin bist?

Damit bist Du nicht alleine. Ungefähr jede:r Zweite ist von diesem sogenannten Hochstapler-Selbstkonzept (umgangssprachlich oft Hochstapler-Syndrom genannt) betroffen. Und meistens sind das sehr erfolgreiche Menschen, die sehr gute Leistungen erbringen. Sie erkennen diese Leistungen jedoch selbst nicht an und/oder führen sie nur auf äußere Umstände zurück – und haben ständig Angst, dass ihre Inkompetenz irgendwann auffliegt und alle herausfinden, dass sie nur eine Hochstaplerin sind. Auch bekannte Persönlichkeiten wie Sheryl Sandberg oder Lady Gaga haben sich öffentlich dazu bekannt, von dem Hochstapler-Selbstkonzept betroffen zu sein. Ich selbst kenne dies auch nur zu gut – und lerne mehr und mehr es abzulegen.

Erstmals erforscht wurde das Hochstapler-Selbstkonzept (engl. Impostor Phenomenon) von der US-amerikanischen Psychotherapeutin und Wissenschaftlerin Dr. Pauline Rose Clance. Auf ihrer Webseite kannst Du auch einen kostenlosen Test machen, um zu überprüfen, ob und wenn ja, wie sehr Du vom Hochstapler-Selbstkonzept betroffen bist. Beispielaussagen: „Ich kann den Eindruck erwecken, kompetenter zu sein, als ich es tatsächlich bin.“ oder „Manchmal spüre oder glaube ich, dass der Erfolg in meinem Leben oder meinem Beruf auf einem Irrtum beruht.“

Auswirkungen des Hochstapler-Selbstkonzepts

Menschen, die von dem Hochstapler-Selbstkonzept betroffen sind, fühlen sich unsicher, zweifeln an sich selbst und sind sehr kritisch mit sich selbst und ihrer eigenen Leistung. Damit sie nicht als Hochstapler „auffliegen“, wählen sie häufig folgende Strategien:

  • Perfektionismus: Sie arbeiten so lange an etwas, bis es perfekt ist.
  • Überarbeitung: Sie arbeiten deutlich mehr als sie eigentlich müssten.
  • Prokrastination: Sie zögern die Arbeit an Aufgaben so lange wie möglich hinaus.
  • Sie bleiben unter ihren Möglichkeiten: Sie schlagen Angebote für höhere Positionen mit mehr Verantwortung aus, weil sie sich diese nicht zutrauen.

Das Hochstapler-Selbstkonzept ist ein Persönlichkeitsmerkmal. Daher ist der Begriff „Selbstkonzept“ auch passender als „Syndrom“, das eine psychische Störung suggeriert. Es gibt unterschiedlich starke Ausprägungen des Hochstapler-Selbstkonzepts. In stark ausgeprägter Form kann es zu Schlafstörungen, Burnout, Depression, Ängsten oder ähnlichem führen. Falls Du Dich darin wiederfindest, solltest Du professionelle therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

Was kannst Du tun, wenn Du betroffen bist?

Eine der wahrscheinlich wichtigsten Erkenntnisse ist die Tatsache, dass Du mit Deinen Gedanken und Sorgen nicht alleine bist. Allein dieses Wissen ist für viele sehr ehrleichternd. Hier eine Sammlung von Methoden, die Dir helfen können, Deine Leistungen realistischer einzuschätzen, weniger kritisch mit Dir selbst zu sein und Dich besser zu fühlen:

  • Beobachte Deine eigenen Gedanken: Welche Stories erzählst Du Dir über Dich?
    Hierbei kann es Dir helfen, Deine Gedanken aufzuschreiben.
  • Führe ein Erfolgstagebuch: Notiere jeden Abend, was Du heute erreicht hast und worauf Du stolz bist.
  • Hole Dir Feedback: Lass Dir regelmäßig Feedback von Personen geben, denen Du vertraust.
  • Erstelle Dir eine Erfolgsschatztruhe: Sammle positives Feedback in einer hübschen Kiste (oder online) und schaue es regelmäßig an. Vor allem, wenn Du gerade an Dir selbst zweifelst.
  • Sprich mit anderen darüber: Sobald Du Dich anderen gegenüber mit Deinen Sorgen öffnest, wirst Du feststellen, dass es den anderen auch nicht viel anders geht und alle ihre Sorgen und Herausforderungen haben. Eine muss nur den Anfang machen 😉
  • Bau Dir ein Netzwerk auf: Schaff Dir selbst ein Umfeld, in dem Du Dich austauschen kannst – sowohl über Deine Sorgen als auch Deine Erfolge.
    Schau zum Beispiel mal bei einem der INSPIRED WOMEN MEETUPS vorbei.
  • Praktiziere Selbstmitgefühl: Behandle Dich selbst wie eine gute Freundin.
  • Coaching: In einem Coaching kannst Du gezielt an Deinen Glaubenssätzen arbeiten und neue, gesündere Strategien für Dich erarbeiten. Wenn Du mehr dazu erfahren möchtest, vereinbare ein kostenloses Erstgespräch mit mir!

Was davon wirst Du ausprobieren?

Was sind Deine Erfahrungen zu diesem Thema? Fühlst Du Dich auch häufig wie eine Hochstaplerin?
Welche der aufgeführten Methoden wirst Du selbst ausprobieren? Schreibe es mir in einer E-Mail an info@luisabergholz.com – ich freue mich riesig von Dir zu lesen!

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