Digitales Impuls-Café by Luisa Bergholz

ERWARTE NICHTS

Was erwartest Du von Deinen Mitmenschen? Deinem Partner, Deinen Kindern, Deinen Eltern, Deinen Freundinnen, Deinen Kolleginnen…?
Mein Tipp: Erwarte besser nichts von ihnen. Denn je mehr, Du von anderen erwartest, desto wahrscheinlicher bist Du unzufrieden. Warum das so ist und was Du stattdessen machen kannst, erfährst Du in diesem Beitrag.

Erwartungen und Enttäuschungen

Sobald Du etwas erwartest, nimmst Du in Deiner Vorstellung bereits an, dass es eintreten wird. Dann gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten:

1. Es tritt nicht ein wie erwartet. Deine Erwartungen werden nicht oder nur teilweise erfüllt.

Wenn es nicht eintritt wie erwartet, bist Du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit enttäuscht.

Stell Dir zum Beispiel vor, Du hast von einem Kollegen gehört, dass Deine Chefin sehr zufrieden mit Deinen Leistungen im aktuellen Projekt ist. Du erwartest nun, dass sie Dich persönlich darauf anspricht und sich bei Dir bedankt. Du wartest also darauf, dass sie sich bei Dir meldet. Macht sie aber nicht. Und während Du Tag für Tag wartest, wirst Du immer unzufriedener und enttäuschter.

2. Es tritt genauso ein wie erwartet.

Wenn Deine Erwartungen genauso erfüllt werden, wie Du es Dir vorgestellt hast, wirst Du das wahrscheinlich einfach hinnehmen anstatt besonders zufrieden oder glücklich darüber zu sein. Möglicherweise schraubst Du Deine Erwartungen sogar weiter nach oben.

Für das Beispiel würde es bedeuten: Beim nächsten Termin mit Deiner Chefin startet sie in das Gespräch mit anerkennenden Worten für Deine aktuelle Leistung. Du kannst nun innerlich einen Haken an Deine Erwartung machen und brauchst nicht weiter warten. Besonders glücklich wird es Dich jedoch nicht machen – denn Du hast es ja genauso erwartet. Beim nächsten Mal erwartest Du, dass sie Dich noch mehr lobt, Dir eine Gehaltserhöhung anbietet oder ähnliches.

3. Es tritt ein wie erwartet und sogar darüber hinaus. Deine Erwartungen werden übererfüllt.

Wenn Deine Erwartung erfüllt wird und zusätzlich etwas Unvorhergesehenes passiert, etwas Positives, das Du nicht erwartet hast, dann freust Du Dich viel mehr darüber, als wenn Du es genauso erwartet hattest. Auch hier passiert es schnell, dass Du Deine Erwartungen entsprechend anpasst.

Um im Beispiel zu bleiben: Deine Chefin lädt Dich zu einem Termin ein, bei dem sie Deine aktuellen Leistungen wertschätzt und Dir eine verantwortungsvollere Aufgabe anbietet. Damit hättest Du nicht gerechnet – und Du freust Dich umso mehr.

Er-Wartungen machen passiv

Meistens haben wir Erwartungen an andere Menschen. Diese anderen Menschen sind eigenständige Individuen, die eigene Interessen und Bedürfnisse haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass andere Deine Erwartungen immer erfüllen – und zwar genauso wie Du es Dir vorgestellt hast – ist daher relativ gering. Zunächst einmal müssten sie Deine Erwartungen kennen. Und wenn sie sie kennen, müssten sie noch Lust dazu haben, sie zu erfüllen. Und mal ehrlich: Wie gerne erfüllst Du die Erwartungen anderer, die dann noch nicht einmal besonders zufrieden darüber sind?

Andere Menschen sind nicht dazu da, unsere Erwartungen zu erfüllen. Genausowenig wie wir dazu da sind, die Erwartungen anderer zu erfüllen.

Auch an Dinge oder Umstände haben wir oft Erwartungen. Du bestellst Dir zum Beispiel ein Buch, das Dir von mehreren Bekannten empfohlen wurde und erwartest, dass Du daraus ganz viele neue Erkenntnisse für Dich ziehen wirst. Oder Du planst für ein Juni-Wochenende einen Ausflug und erwartest entsprechend gutes Wetter. Du siehst anhand dieser beiden Beispiel-Erwartungen: Auch dass Dinge oder Umstände immer genau so sind, wie Du sie erwartest, ist unwahrscheinlich.

Egal ob es nun die Erwartungen an andere Menschen, an Dinge oder an Umstände sind: Wenn Du etwas erwartest, begibst Du Dich in eine passive Rolle. Du wartest ab, dass etwas passiert. Anstatt selbst aktiv zu werden und selbst Verantwortung zu übernehmen.

„Erwartungen sind Hindernisse und schädlich für eine gute Lebenseinstellung. Würden wir immer bekommen, was wir erwarten, gäbe es auch keinen Raum für Dankbarkeit, denn normalerweise bedanken wir uns nicht für das, was erwartungsgemäß eintritt. Legen wir uns abends mit der Gewissheit ins Bett, am nächsten Morgen wieder aufzustehen, werden wir beim aufstehen höchstwahrscheinlich keine große Dankbarkeit dafür empfinden, am Leben zu sein. Nach einer lebensbedrohlichen Situation erfährt ein Großteil von uns hingegen große Dankbarkeit gegenüber dem Leben.“

Jorge Bucay (aus dem Buch „Drei Fragen„)

Alternativen zum Erwarten

Es wäre also am besten, einfach gar nichts zu erwarten, oder? So einfach, wie das klingt, ist das jedoch nicht. Wir erwarten ständig Dinge und Großteile unseres sozialen Lebens basieren auf Erwartungen. Und das ist auch gut so, denn andernfalls würden viele Dinge wie Verabredungen, Verträge und ähnliches nicht funktionieren.

Dennoch lohnt es sich, wenn Du Deine Erwartungen bewusst wahrnimmst und nicht in der passiven Rolle verharrst. Hier ein paar Alternativen für Dich:

  • Erfülle Deine Erwartungen selbst
    Warte nicht darauf, dass andere etwas tun. Immer, wenn Du eine Erwartung wahrnimmst, frage Dich: Welches Bedürfnis steckt hinter Deiner Erwartung? Und dann überlege, wie Du das Bedürfnis selbst stillen kannst.
  • Formuliere Wünsche anstelle von Erwartungen
    Wenn Du weißt, welche Bedürfnisse Du hast, dann kannst Du diese als Wünsche an Deine Mitmenschen kommunizieren. Du möchtest gerne eigenverantwortlicher arbeiten? Dann warte nicht darauf, dass Deine Führungskraft von selbst auf die Idee kommt oder es Dir von den Augen abliest. Bitte Deine Führungskraft um ein Gespräch, in dem Du Dir mehr Eigenverantwortung wünschst. Bestenfalls hast Du Dir vorab schon ein paar Gedanken dazu gemacht, wie das konkret aussehen könnte.
  • Praktiziere Dankbarkeit
    Führe Dir regelmäßig vor Augen, was Du alles Gutes und Positives in Deinem Leben hast. Gerade das, was gut läuft, nehmen wir schnell als selbstverständlich hin und erwarten, dass es einfach so bleibt.
  • Träume anstatt zu erwarten
    Du darfst natürlich trotzdem weiterhin von Dingen träumen, die Du noch nicht hast. Der wesentliche Unterschied zwischen Träumen und Erwartungen: Beim Träumen sind wir in einer aktiven Rolle. Wir erträumen uns unsere Zukunft und motivieren uns dadurch, die Träume selbst in die Realität umzusetzen anstatt passiv abzuwarten.

Wie ist es bei Dir?

Hast Du viele Erwartungen an andere? Welche Erkenntnis aus diesem Beitrag möchtest Du für Dich mitnehmen?
Schreibe es mir in einer E-Mail an info@luisabergholz.com – ich freue mich riesig von Dir zu lesen!

Wenn Du Dir mehr Gelassenheit im Umgang mit „schwierigen“ Menschen, die Deine Erwartungen nicht erfüllen, wünschst, dann komm zum nächsten INSPIRED WOMEN MEETUP:

INSPIRED WOMEN MEETUP am 15.06.21 zum Umgang mit schwierigen Menschen

Bei den INSPIRED WOMEN MEETUPS treffen wir uns regelmäßig zum Austauschen, voneinander Lernen und Aufbauen eines Netzwerkes, in dem wir uns gegenseitig inspirieren und unterstützen. Inhaltlich geht es um Themen wie (weibliche) Führung, Neues Arbeiten, Karrieremodelle, Work Life Balance, Persönlichkeitsentwicklung uvm. Während der Corona-bedingten Restriktionen finden die Meetups ausschließlich online statt (per Zoom). Langfristig ist geplant, dass sich Offline-Meetups im Raum Köln/Bonn mit Online-Meetups abwechseln.

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